Leistungsbewertung

Prüfe fachinhaltlich - werte kognitiv! Jeder Test prüft durch fachinhaltlich konzentrierte Fragestellungen, wie weit die kognitive Leistungsfähigkeit im Umgang mit diesem Thema entwickelt ist. Hierfür werden die beiden Dimensionen "Verständnistiefe" und "Anspruchsniveau" erfasst.

Die Bewertung erfolgt entsprechend dem kognitiven Anspruch der nachgewiesenen Leistungen. Eine reine Faktenkenntnis wird geringer bewertet als eine nachgewiesene Anwendungskompetenz, mitgebrachtes Basiswissen niedriger als über die Erwartungen hinaus erworbenes Detailwissen. Die Leistungsbewertung wird damit sehr transparent, reproduzierbar und liefert Lehrenden wie Lernenden eine sehr konkrete Aussage darüber, wie weiter zu arbeiten ist.

Die Auswertung von Leistungsnachweisen mit der testsuite erleichtert die zuverlässige, nachvollziehbare und reproduzierbare Auswertung erheblich und verbessert deutlich die Qualität des Feedbacks - nicht zuletzt durch gute Lesbarkeit der Anmerkungen, klare Darstellung der Ergebnisse in Reportcards und Klassenlisten sowie das elektronische Notenbuch. Die Auswertung erfolgt gemäß den vorgegebenen Erwartungen gemäß den curricularen Vorgaben. Es wird also eine absolute Leistungsbewertung favorisiert, keine relative. Es ist schließlich ein Lernziel zu erreichen und das Maß für das Erreichen dieses Ziels ist in Leistungsnachweisen gesucht. So wird vermieden, dass Bewertungen relativ z.B. zur besten Arbeit des Kurses bewertet werden, was nur aussagt, wie sich die Lernerfolge auf die Kursteilnehmer verteilen, nicht aber, wie weit das angestrebte Lernziel erreicht wurde.

Die Bewertung mit Hilfe der testsuite wird abgestuft nach den erreichten Verständnistiefen und Anspruchsniveaus der Aufgaben, welches wiederum relativ zum aktuellen Lernstadium bestimmt wird. Die Bewertung innerhalb einer Aufgabe geschieht in Stufen zu 25%. Dies ist darin begründet, dass der Bewertende nun klar entscheiden muss, ob etwa die geforderte Methodenkenntnis auf Niveau Hauptwissen (4 Punkte) vollumfänglich, überwiegend, zur Hälfte, in Ansätzen oder gar nicht vorhanden ist. Eine feinere Abstufung, etwa in 10% Stufen oder gar noch feiner, liefert eine suggestive Genauigkeit, die völlig unrealistisch wäre. Die Bewertung geschieht nach dem Grundsatz in dubio pro reo und damit eindeutig.

Die Verteilung von Punkten auf die Aufgaben, die Bewertung der erreichten Leistungen und die Auswertung der Ergebnisse werden optimal von der testsuite unterstützt. Sparen Sie Zeit, verbessern Sie die Qualität Ihrer Leistungsmessung.

Was darf ein Leistungsnachweis nicht tun?

Es gibt eine Reihe von Einflussnahmen in Bewertungen, welche wir bei unseren Untersuchungen zur Entwicklung der testsuite und der dahinter stehenden Konzepte immer wieder beobachtet und in Interviews immer wieder diskutiert haben, die aus rechtlichen, pädagogischen und moralischen Gründen keinesfalls Bestandteil einer Bewertung von Lernleistungen werden dürfen! Die nachfolgende Abgrenzung ist sicher im wissenschaftlichen Sinne streitbar, sie soll einen praxisrelevanten Auszug aus der Negativliste der Diskussion über das Für und Wider der Leistungsbewertung darstellen:

  • Zitat: "Eine Note soll motivieren, wer sich redlich gemüht hat, soll auch eine gute Note erhalten."

    Das geht natürlich gar nicht. Eine Leistungsbewertung ist eine Einschätzung der tatsächlich erbrachten Leistung, die rein nichts mit dem Preis für das Ergebnis zu tun hat. Niemand kauft ein kaputtes Auto nur weil es sehr viel Mühe gemacht hat, es funktionsunfähig zusammen zu schrauben.

  • Zitat: "Der kriegt die Vier weil er faul war, er könnte so viel mehr!"

    Dies ist das Gegenteil, was seltener vorkommt als 1. aber dennoch entsetzlich oft genannt wurde. Damit werden neben der Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes die Schüler zugleich für ihre Intelligenz diskriminiert.

Viel schlimmer als die konkreten Fehler und deren Auswirkungen ist das dahinter stehende Wertegefüge der Kollegen, die diese Standpunkte vertreten. Die zu Grunde liegende preußische Arbeitsethik ist eine überholte Idee, die verlangt, dass nur harte Arbeit zu wahrer Anerkennung führen kann. Weiterhin wird in dieser Einstellung die eigentliche Leistung diskreditiert und der Aufwand dem Ergebnis übergeordnet. Dies ist vermutlich eine Folge der massiven Proletarisierung der Lehrerschaft. Es fehlt die Ethik des intellektuellen Bildungsbürgers, die Akzeptanz der intellektuellen Elite. Im Rahmen der Proletarisierung der Bildung wird die manuelle Leistung über die intellektuelle Leistung gestellt, der Aufwand scheint wichtiger als der Erfolg weil der Erfolg geneidet wird und damit zunehmend an Reiz verliert. Die soziale Herkunft der Lehrkörper Deutschlands entwickelt sich zunehmend hin zu einem eher aus bildungsferneren Schichten stammenden Bildungsproletariat, was kein Schaden wäre, wenn es denn parallel dazu die Ausbildung einer intellektuellen, bildungsbürgerlichen Elite gäbe, die leider ausbleibt und selbst an Hochschulen nicht mehr jene Kraft ausstrahlt, die ihr noch vor wenigen Jahrzehnten eigen war.

  • Zitat: "Ich habe für diesen Vortrag zehn Kriterien und die Punkte hierfür gebe ich wie ich es für richtig halte. Das ist subjektiv und wird durch keine andere Bewertung weniger subjektiv."

    Diesem Gedanken kann man entgegen halten, dass es für jede Bewertung Kriterien geben muss, die konkret formuliert sind. Der Knackpunkt hierbei ist es, dass die Leistungsbewertung bewusst dazu dienen muss, das Maß des Erreichens von vorher definierten Lernzielen darstellt. Es wird dann bewertet, wie weit diese Lernziele erreicht wurden. Wird in einem Vortrag auch die Kleidung des Vortragenden bewertet, so kann man konkrete Kriterien dafür aufstellen, was als geforderte Kleiderordnung gelten soll. Diese einzelnen Kriterien lassen sich dann durchaus abstufen und diese Abstufung entsprich im Wesentlichen der subjektiven Lebens- und Berufserfahrung sowie der Fachkompetenz der bewertenden Lehrkraft. Dessen ungeachtet wird der Lernende bei einer ungerecht empfundenen Leistungsbewertung von seinem Recht Gebrauch machen, eine konkrete Begründung für die Bewertung zu verlangen. Ein schulterzuckendes "Ich seh' das halt so" reicht dann nicht mehr. In diesem Sinne hilft die testsuite durch ihre Konzeption wie durch ihre transparente Dokumentation der Bewertung aktiv, faire, nachvollziehbare und rechtssichere Bewertungen zu liefern.

  • Zitat: "Ich finde ja diese Vermessungen des Menschen primär nicht sinnvoll weil der Mensch per se nicht vermessbar ist in seiner komplexen Struktur und dessen, was er tut und leistet."

    Diese Aussage öffnet zwei Dimensionen. Einerseits wird die Messbarkeit von Lernerfolgen generell in Frage gestellt, was der Praxis entweicht und Andererseits wird die Komplexität des Menschen in die Ebene seiner Leistung gerückt, was nichts miteinander zu tun hat. Es geht in der Konzeption der testsuite um eben diese Trennung. Die Bewertung der Lernleistung ist eben keine Bewertung der Person des Lernenden. Es soll gesichert werden, dass keine persönlichen Meinungen bewertet werden, was gegen das Gesetz ist, es soll dazu beigetragen werden, dass eine positive oder negative Kritik an einer erzielten Leistung keinesfalls eine Kritik an der Person beinhaltet. Dementsprechend ist die Idee testsuite also keine psychometrische Vermessung von Menschen, sondern eine relativ konsequent isolierte Bewertung der reinen Lernleistung. Nur diese darf durch den hoheitlichen Akt der Notenvergabe bewertet werden!
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