Der didaktische Rahmen einer Aufgabenstellung dient generell dazu, einen fachinhaltliche oder didaktisch begründeten Kontext nach den Grundsätzen der didaktischen Reduktion zu schaffen, der es dem Lernenden ermöglicht, eine Aufgabe oder Frage inhaltlich einzuordnen und werten zu können. Der didaktische Rahmen ist damit Teil und Ergebnis der didaktischen Reduktion im curricularen, fachdidaktischen wie methodischen Sinne.
Das didaktische Setting einer Aufgabe lässt sich verkürzt als zweiteilig betrachten. Einerseits gibt es die fachinhaltlichen Rahmenbedingungen, andererseits die didaktischen. Hier finden wir sehr oft Fehler, weil die didaktische Reduktion meist nicht an den Grundsätzen von Hering und Grüner orientiert wird, sondern in der Praxis oft zum "weniger ist mehr" unsauber verschleift.
Das didaktische Setting soll abgrenzen, welche fachinhaltlichen Zusammenhänge und Details von Bedeutung sind zur Bearbeitung der Aufgabe und welche konkreten Handlungen durchgeführt werden sollen, um diese Aufgabe zu lösen. Der Lernende soll durch das didaktische Setting so präzise in die Aufgabe eingeführt werden, dass er sicher ist in der Definition dessen, was er tun soll, wie er es tun soll und in welchem Umfang. Dies kann im speziellen auch die Vorgabe von Werkzeugen, Methoden, Zeitplänen, oder auch die explizite Eröffnung von Freiräumen bedeuten.
Die Situationsbeschreibung in der testsuite dient der Definition eben dieses didaktischen Rahmens, wobei dies in aller Regel einer fachinhaltlichen Kontextualisierung des Aufgabenkomplexes entspricht, während die didaktische Kontextualisierung in den Aufgaben des Komplexes stattfindet und vor allem in der richtigen didaktischen Aufforderung ihre Realisierung findet.
Das Kompetenzfeld definiert die in einem Modul zu erwerbenden Kompetenzen sowohl im fachinhaltlichen Themenkreis, als auch im Bereich der zu entwickelnden Soft Skills. Es wird hier vereinfacht gesagt, was der Lernende am Ende können soll. Dies geschieht als Handlungsbeschreibung wie "Der Lernende kann einen Aussagesatz im Simple Present und im Simple Past bilden." Oder "Der Lernende ist in der Lage, die Qualität des von ihm erzeugten Programmcodes kritisch einzuschätzen und eine positiv formulierte Verbesserungsmöglichkeit konstruktiv zu diskutieren."
Das Kompetenzfeld muss in ein Lernfeld überführt werden, welches den fachlichen und didaktischen Rahmen für den Erwerb der geforderten Kompetenzen liefert. Es werden hier Mengen von mehr oder weniger eingegrenzten Themen abgegrenzt, die Umfang und Anspruchsniveau der Lernarbeit abgrenzen.
Das Lernfeld wird im dritten Schritt in die Lernziele überführt. Die Lernziele sind konkret formulierte Aussagen, aus denen sich direkt Lerngegenstände und Lernhandlungen ableiten lassen. Das Lernziel kann unterschiedliche Qualitäten haben, sollte aber stets neben dem fachinhaltlichen Ziel auch notwendige Soft Skills mit sich bringen.
Der Lernerfolg definiert sich nun als Maß für das Erreichen der vorher hergeleiteten Lernziele. Die Bestimmung des Lernerfolges soll demnach messen, wie weit die angestrebte Verständnistiefe im Umgang mit konkreten fachinhaltlichen Gegenständen und Prozessen erreicht wurde. Jede Aufgabe oder Frage in einem Test soll dieser Zielstellung dienen.
Die Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit einem Lerngegenstand können durch eine oder mehrere Aufgaben und Fragen geprüft werden. Die Aufgabe oder Frage selbst wird hierbei fachinhaltlich formuliert, die didaktische Aufforderung spezifiziert die konkrete Handlung und der didaktische Rahmen definiert den Kontext und Umfang, in denen die Aufgabe zu lösen ist.
Die Bewertung der Lösung einer Aufgabe oder Antwort auf eine Frage wird nun jedoch unter dem Gesichtspunkt durchgeführt abzuwägen, wie weit die geforderten Kenntnisse und Kompetenzen entwickelt sind. Diese kognitiv orientierte Betrachtung wird quantitativ am fachlichen Gehalt der Aufgabe fest gemacht, qualitativ an der Darstellung der Lösung, die eine Aussage über die kognitive Entwicklung liefert.